Zwei braune Eier auf einem Holztisch.

Bruderhahn-Eier

„Bruderhahn“-Eier –
Können Hähne Eier legen?

Nein, das können sie natürlich nicht. Um den Begriff „Bruderhahn“-Eier zu klären, muss man etwas über die Herkunft unserer Eier wissen. Als Frühstücksei, in Gebäck, in Nudeln und vielen weiteren Lebensmitteln – im Durchschnitt konsumiert jeder Bürger in Deutschland vier bis fünf Eier pro Woche. Doch wo kommen die vielen Eier her und wie funktioniert die moderne Hühnerfarm? Der Großteil der Eier stammt von speziell gezüchteten Legehennen die ca. 300 Eier pro Jahr legen, dafür aber kaum Fleisch ansetzen. Für die Fleischerzeugnisse gibt es wiederum speziell gezüchtete Masthühner, die weniger Eier legen.
Ein gelbes Küken steht auf einer Holzoberfläche im Freien. Das Gefieder wirkt flauschig, der Schnabel und die Beine sind orange. Im Hintergrund ist unscharf grünes Gras zu erkennen.
Hühnerküken // © Bezalel Thilojan from Pexels

Die Bruderhähne

Auch die männlichen Küken der Legehennen-Züchtungen setzen weniger Fleisch an und eignen sich daher nicht als Fleisch­lie­feranten. Bis 2022 wurden sie daher aus wirtschaft­lichen Grün­den aussortiert und getötet. Die Zahl der jährlich getöteten männlichen Eintags­küken entsprach in etwa der Anzahl an Lege­hennen: über 40 Millionen! Vor einigen Jahren haben, allen voran Bio-Betriebe, mit der sog. „Bruder­hahn“-Aufzucht begonnen. Die männ­lichen Küken werden aufge­zogen, gemästet und dann ge­schlachtet. Das dauert viermal so lange wie bei Masthähnchen und kostet ein Vielfaches. Um diesen Mehraufwand auszu­glei­chen, kosten die sogenannten „Bruder­hahn“-Eier einige Cent mehr, womit die Mast der Bruderhähne finanziert wird.
Zu den Bruderhahn-Eiern

Sechste Gesetz zur Änderung des Tierschutzes

Am 1. Januar 2022 trat nun das „Sechste Gesetz zur Änderung des Tierschutzes“ in Kraft, wodurch in Deutschland endlich ein flächendeckendes Verbot des Kükentötens ausgesprochen wurde. Auch die männlichen Küken, die bei der Zucht von Lege­hen­nen zwangsweise ent­stehen, müssen entweder auf­ge­zogen oder noch als Embryo im Ei getötet werden. Letzteres lehnen die meisten Bio-Verbän­de ab und versuchen als langfris­tige Lösung wieder zurück zum sogenannten Zwei­nutzungs­huhn zu kommen. Bei diesen Rassen setzen die Tiere auch Fleisch an, im Gegensatz zu den leichten Lege­hennen, die auf reine Legeleistung gezüchtet wurden. Somit könnten die Hähne dieser Rasse als Brat­hähnchen aufgezogen werden. Da diese Züch­tungen aber noch nicht großflächig einge­setzt wer­den können, brauchte es eine Zwischenlösung. Die Lege­hennen werden mit einem Aufschlag für die Aufzucht der Bruderhähne verkauft, was die Hennen bis zu 50% teurer macht. Die Bruderhähne setzen nicht viel Fleisch an und müssen ca. viermal so lang gemästet werden, wie Tiere, die für die Mast gezüch­tet werden, deshalb lohnt sich die Aufzucht ohne die Abgabe für die Legehennen nicht.

Das Gockel-Projekt

Einige Aufzüchter von Legehen­nen bieten ein Bruderhahn- oder Gockelprojekt an, viele unter kreativen Namen und mit eige­ner Verwertung der Bruder­hähne für Suppen und Eintöpfe. Die Tiere leben unter den Be­dingungen des jeweiligen Bio-Verbandes in artgerechter Gruppenhaltung und werden etwa viermal so alt wie ihre konventionellen Kollegen. Mit ca. 16 Wochen werden sie ge­schlach­tet, etwa im gleichen Alter beginnen die weiblichen Tiere Eier zu legen. Das Fleisch dieser Tiere ist fester und aroma­tischer, als das übliche Brathähnchen und wird die eine oder andere Großmutter an früher erinnern, als es aus­schließ­lich „Zwei­nutzungs­hühner“ gab.

zwei Gläser, eines mit der Aufschrift Bio-Gockel-Suppe und eines mit der Aufschrift Bio-Gockel-Bolognese

Die Gockel-Produkte vom Bornhof

Die Bruderhähne der Demeter-Legehennen des Bornhof in Taunusstein (unserem regionalen Erzeuger) wer­den auf ihrem Her­kunfts­betrieb dem Demeter-Geflügel-Hof Schubert aufgezogen. Dabei steht das Wohl der Tiere an erster Stelle. Die Hähne haben ab der zehnten Lebenswoche täglichen Zugang zum Grün­auslauf, um ihren artgerechten Verhaltensweisen nachgehen zu können. Durch die lange Auf­zuchtzeit der Junghähne wächst das Fleisch langsamer und bekommt einen intensiveren Geschmack. Dieses beson­dere Fleisch wird für Gerichte mit längeren Garzeiten verwen­det und so zu schmackhaften Sup­pen und Eintöpfen im Glas veredelt. Im NOVUM-Online-Shop findest du aktuell folgende Gockel-Produkte:
Zu den Gockel-Produkten

Für mehr Nachhaltigkeit
und im Zeichen des Tierwohls

Neben den Demeter-Eiern vom Bornhof welche Seit 2025 im Sortiment sind, unterstützt NOVUM die „Bruderhahn“-Idee schon seit langem. Seit Februar 2020 beziehen wir aus­schließ­lich Bruderhahn-Eier. Zum Bei­spiel die „Bruderhahn“-Eier mit dem Siegel „Zeit zum Leben“. Es ist ein eigenständiges Siegel der „Wester­wald Bio GmbH“ und gewähr­leistete den Schutz der männlichen Küken nach der Geburt. Sie werden, wie die Legehennen, separat in einem Stall aufgezogen. NOVUM und die NOVUM-Kundschaft hat mit dem Ein­kauf der „Bruderhahn“-Eier mo­der­ne Entwicklungs­pro­zesse im Zeichen des Tierwohls unterstützt, jetzt ist es gesetzlich verankert. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass man mit bewusstem Konsum wirklich etwas bewegen kann.
Frische Bio-Kartoffeln vom Biolandhof Borngässer – nachhaltig angebaut und geerntet in Rheinhessen

Zeit zum Leben

Das Siegel „Zeit zum Leben“ ist ein eigenständiges Siegel der „Wester­wald Bio GmbH“.
Mehr Infos unter: Westerwald-bio.de