
Aktuelles, 4. März 2026
„Bruderhahn“-Eier –
Können Hähne Eier legen?
Nein, das können sie natürlich nicht. Um den Begriff „Bruderhahn“-Eier zu klären, muss man etwas über die Herkunft unserer Eier wissen. Als Frühstücksei, in Gebäck, in Nudeln und vielen weiteren Lebensmitteln – im Durchschnitt konsumiert jeder Bürger in Deutschland vier bis fünf Eier pro Woche. Doch wo kommen die vielen Eier her und wie funktioniert die moderne Hühnerfarm? Der Großteil der Eier stammt von speziell gezüchteten Legehennen die ca. 300 Eier pro Jahr legen, dafür aber kaum Fleisch ansetzen. Für die Fleischerzeugnisse gibt es wiederum speziell gezüchtete Masthühner, die weniger Eier legen.

Hühnerküken // © Bezalel Thilojan from Pexels
Die Bruderhähne
Auch die männlichen Küken der Legehennen-Züchtungen setzen weniger Fleisch an und eignen sich daher nicht als Fleischlieferanten. Bis 2022 wurden sie daher aus wirtschaftlichen Gründen aussortiert und getötet. Die Zahl der jährlich getöteten männlichen Eintagsküken entsprach in etwa der Anzahl an Legehennen: über 40 Millionen! Vor einigen Jahren haben, allen voran Bio-Betriebe, mit der sog. „Bruderhahn“-Aufzucht begonnen. Die männlichen Küken werden aufgezogen, gemästet und dann geschlachtet. Das dauert viermal so lange wie bei Masthähnchen und kostet ein Vielfaches. Um diesen Mehraufwand auszugleichen, kosten die sogenannten „Bruderhahn“-Eier einige Cent mehr, womit die Mast der Bruderhähne finanziert wird.
Zu den Bruderhahn-Eiern
Sechste Gesetz zur Änderung des Tierschutzes
Am 1. Januar 2022 trat nun das „Sechste Gesetz zur Änderung des Tierschutzes“ in Kraft, wodurch in Deutschland endlich ein flächendeckendes Verbot des Kükentötens ausgesprochen wurde. Auch die männlichen Küken, die bei der Zucht von Legehennen zwangsweise entstehen, müssen entweder aufgezogen oder noch als Embryo im Ei getötet werden. Letzteres lehnen die meisten Bio-Verbände ab und versuchen als langfristige Lösung wieder zurück zum sogenannten Zweinutzungshuhn zu kommen. Bei diesen Rassen setzen die Tiere auch Fleisch an, im Gegensatz zu den leichten Legehennen, die auf reine Legeleistung gezüchtet wurden. Somit könnten die Hähne dieser Rasse als Brathähnchen aufgezogen werden. Da diese Züchtungen aber noch nicht großflächig eingesetzt werden können, brauchte es eine Zwischenlösung. Die Legehennen werden mit einem Aufschlag für die Aufzucht der Bruderhähne verkauft, was die Hennen bis zu 50% teurer macht. Die Bruderhähne setzen nicht viel Fleisch an und müssen ca. viermal so lang gemästet werden, wie Tiere, die für die Mast gezüchtet werden, deshalb lohnt sich die Aufzucht ohne die Abgabe für die Legehennen nicht.
Das Gockel-Projekt
Einige Aufzüchter von Legehennen bieten ein Bruderhahn- oder Gockelprojekt an, viele unter kreativen Namen und mit eigener Verwertung der Bruderhähne für Suppen und Eintöpfe. Die Tiere leben unter den Bedingungen des jeweiligen Bio-Verbandes in artgerechter Gruppenhaltung und werden etwa viermal so alt wie ihre konventionellen Kollegen. Mit ca. 16 Wochen werden sie geschlachtet, etwa im gleichen Alter beginnen die weiblichen Tiere Eier zu legen. Das Fleisch dieser Tiere ist fester und aromatischer, als das übliche Brathähnchen und wird die eine oder andere Großmutter an früher erinnern, als es ausschließlich „Zweinutzungshühner“ gab.

Die Gockel-Produkte vom Bornhof
Die Bruderhähne der Demeter-Legehennen des
Bornhof in Taunusstein
(unserem regionalen Erzeuger) werden auf ihrem Herkunftsbetrieb dem Demeter-Geflügel-Hof Schubert aufgezogen. Dabei steht das Wohl der Tiere an erster Stelle. Die Hähne haben ab der zehnten Lebenswoche täglichen Zugang zum Grünauslauf, um ihren artgerechten Verhaltensweisen nachgehen zu können. Durch die lange Aufzuchtzeit der Junghähne wächst das Fleisch langsamer und bekommt einen intensiveren Geschmack. Dieses besondere Fleisch wird für Gerichte mit längeren Garzeiten verwendet und so zu schmackhaften Suppen und Eintöpfen im Glas veredelt. Im NOVUM-Online-Shop findest du aktuell folgende Gockel-Produkte:
Zu den Gockel-Produkten
Für mehr Nachhaltigkeit
und im Zeichen des Tierwohls
Neben den Demeter-Eiern vom Bornhof welche Seit 2025 im Sortiment sind, unterstützt NOVUM die „Bruderhahn“-Idee schon seit langem. Seit Februar 2020 beziehen wir ausschließlich Bruderhahn-Eier. Zum Beispiel die „Bruderhahn“-Eier mit dem Siegel „Zeit zum Leben“. Es ist ein eigenständiges Siegel der „Westerwald Bio GmbH“ und gewährleistete den Schutz der männlichen Küken nach der Geburt. Sie werden, wie die Legehennen, separat in einem Stall aufgezogen. NOVUM und die NOVUM-Kundschaft hat mit dem Einkauf der „Bruderhahn“-Eier moderne Entwicklungsprozesse im Zeichen des Tierwohls unterstützt, jetzt ist es gesetzlich verankert. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass man mit bewusstem Konsum wirklich etwas bewegen kann.

Zeit zum Leben
Das Siegel „Zeit zum Leben“ ist ein eigenständiges Siegel der „Westerwald Bio GmbH“.
Mehr Infos unter: Westerwald-bio.de
Mehr Infos unter: Westerwald-bio.de
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