
Ein leicht zu übersehendes Kleinod: Versteckt zwischen Wiesen, kleinen Dörfern und einem romantischen Bach liegt hier ein Ort, an dem Landwirtschaft, Tierhaltung und Käsehandwerk noch eng miteinander verbunden sind.
An einem wunderschönen herbstlichen Vormittag fahren wir zum Demeter-Hof Lehnmühle in Dörrebach. Der Hof liegt versteckt in einer langen Einbahnstraße. Wir fahren durch ein kleines Tal, an dessen tiefster Stelle ein romantischer Bach die ländliche Gegend durchfließt. Über kleine Straßen und verwundene Wege geht es durch die umliegenden Dörfer, bis wir schließlich die Lehnmühle erreichen.
Schon bei der Ankunft wird deutlich, wie ruhig es hier ist. Kaum Autos, viel Natur und eine Landschaft, die sich langsam auf den Winter vorbereitet.
Auf dem Hof arbeiten 5 Leute. Davon begrüßt uns Sophia Falk herzlich. Sie übernahm 2025/26 den Hof ihres Vaters Johannes, der den Hof vor über 30 Jahren übernommen hat und führt uns direkt hinein in ihren Alltag.

Lehntaler der Lehnmühle |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
Die Hofkäserei: Wo der Lehntaler entsteht
Aktuell führen wir zwei Käse aus der Lehnmühle in unserem NOVUM-Sortiment: den 3-monatig gereiften und den 6-monatig gereiften Lehntaler. Der Lehntaler ist der hofeigene Rotschimmelkäse des Demeter-Hofs.
Daneben entstehen viele weitere Käsespezialitäten direkt vor Ort, u.a. auch der ganz alte, zwölf monatige Lehntaler. Außerdem verkauft der Hofladen noch Weichkäse, Schnittkäse und Fleisch. Hier auf dem Hof wird nahezu alles von Hand gemacht. Wahrscheinlich ist die Kühlanlage hier das einzige technische Hilfsmittel, das einen Teil der ursprünglichen Handarbeit ersetzt.
Mehr über die Käse-Herstellung auf dem Hof, könnt ihr im Lehnmühle-Blog lesen „Von der Sonne zum Käse“.
Gemeinsam mit den Kühen auf die Weide
Noch bevor wir die Käserei besichtigen, begleiten wir Sophia und Johannes dabei, die Kühe auf eine der kräuterreichen Weiden rund um den Hof zu bringen.
Der Demeterhof Lehnmühle bewirtschaftet insgesamt 112 Hektar Land. Der größte Teil davon sind Wiesen und Weiden für die Kühe. Rund 20 Hektar werden als Ackerfläche genutzt, auf denen verschiedene Getreidesorten und Hülsenfrüchte wachsen. Diese liefern Futter für die Tiere und sind Teil des geschlossenen Kreislaufs, der die biodynamische Landwirtschaft des Hofes prägt.
Die Tiere haben gerade ihre erste kalte Herbstnacht im Stall verbracht. Nicht, weil sie mussten, sondern weil sie selbst nicht mehr hinaus wollten, sagt Sophia. Nun geht es für rund zwanzig Kühe wieder zurück auf die Wiesen.
Die Leitkuh Kali sei besonders schlau. Sie wisse ganz genau, auf welchen Zäunen Strom sei und auf welchen nicht. Deshalb begleitet Sophia die ersten Meter lieber persönlich, damit nicht die Leitkuh – und mit ihr vielleicht die ganze Herde – beschließt, einen anderen Weg einzuschlagen.
Mit einer der Kühe verbindet Sophia besonders viel. Sie hat sie von klein auf großgezogen. Man merkt direkt die enge Verbindung und Kali verweilt geduldig und gerne an Sophias Seite. Auf dem Weg zur Weide entsteht deshalb ganz spontan ein gemeinsames Porträt.
Hof Lehnmühle in Herbststimmung |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
Die Leitkuh Kali und Sophia |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
Im Laufe des Jahres
Wenn es draußen nur noch wenig frisches Gras gibt und die Nächte länger werden, bleiben die Tiere in den offenen Laufstall. Eine große mit Stroh eingestreute Liegehalle ermöglicht den Kühen auch im Stall die freie Entfaltung des natürlichen Herdenverhaltens. Dies trägt maßgeblich zum Erhalt der Tiergesundheit bei.
In den Wintermonaten bekommen die Milchkühe nur bestes Wiesenheu und keine Silage, da sich die Milch sonst nicht mehr für die Rohmilch-Käseherstellung eignen würde.
Die nächste Generation übernimmt den Hof
Sophia ist seit mittlerweile acht Jahren wieder auf dem Hof. 2017 kehrte sie zurück. Ursprünglich hatte sie gar nicht damit gerechnet, einmal die Lehnmühle zu übernehmen.
„Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich bin mittlerweile seit acht Jahren wieder da. Ursprünglich hätte ich nie gedacht, dass ich den Hof einmal übernehmen würde. Das Leben hat mich wieder hierhergeführt.“, Sophia Falk.
Während ihres Studiums "ökologische Agrarwissenschaften" in Witzenhausen arbeitete Sophia unter anderem in der Schweiz. Das Käsen kennt sie schon von klein auf. Ihre Leidenschaft dafür hat sie aber erst in den Schweizer Alpen entdeckt. Dort hat sie mehrere Jahre als Sennin gearbeitet und auch – ausgezeichneten – Bergkäse hergestellt. Von dort brachte sie viele Erfahrungen und Ideen mit zurück nach Dörrebach, die heute in ihre Arbeit auf dem Hof und in der Käserei einfließen.

Johannes Falk übernahm vor rund 30 Jahren die Lehnmühle. |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
Nachhaltige Landwirtschaft auf dem Demeterhof
Der Demeterhof Lehnmühle zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Kälber nicht früh von ihren Müttern getrennt werden. Die Kälber wachsen zu großen Teilen bei ihren Müttern auf. Dadurch steht natürlich weniger Milch für die Käseproduktion zur Verfügung als in vielen konventionellen Betrieben.
Die Lehnmühle verfolgt einen biodynamischen Ansatz. Ziel ist eine vielfältige Landwirtschaft im Einklang mit der Natur und ein möglichst geschlossener Kreislauf aus Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Die Pflege der Bodenfruchtbarkeit, der Erhalt der Artenvielfalt und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren stehen dabei im Mittelpunkt.
Zur Arbeit auf dem Hof gehört deshalb weit mehr als die Käseherstellung. Die Felder müssen bestellt, gepflegt und geerntet werden, Stroh wird eingebracht und genügend hochwertiges Heu für die Wintermonate gewonnen.
Hier könnt ihr mehr über die kuhgebundene Aufzucht und die damit verbundenen Kosten und weitere Hintergründe lesen.
Die kleinen "Hof-Monsterchen"
Im Hintergrund der Weide sind die Windräder zu sehen, am Himmel tanzen für uns eine Schar an Raben durch den blauen Herbsthimmel. Nachdem die Kühe auf der Weide angekommen sind, kehren wir zurück zum Hof.
Johannes reinigt gründlich den Außenstall, füttert die kleinen Kälber und und streut überall frisches Stroh ein. Die jungen Kälber beobachten erst uns und dann das aufwirbelnde Stroh neugierig. Kaum liegt das neue Stroh auf dem Boden, wird daraus ein Spielplatz.
Sophia schaut ihnen lachend zu: „Ach, da sind ja meine kleinen Monsterchen. Die haben nur Unfug im Sinn.“

Die kleinen Kälbchen dürfen hier die meiste Zeit bei ihren Müttern aufwachsen. | © NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
Im Reifekeller zwischen Käselaiben
Besonders beeindruckend ist der kleine Gewölbekeller der Hofkäserei. Hier stehen die Käse in langen Reihen auf Regalen und reifen über Monate hinweg. Beim Eintreten muss man sich erst an den starken Ammoniak-Geruch gewöhnen. Ein sehr saurer, leicht beißender Geruch.
Einige Käse baden zunächst ein bis mehrere Tage in einer Salzlake mit Produktionsdatum. Danach beginnt die eigentliche Käsepflege. Alle zwei Tage werden die Käse von Sophia, ihrer Familie und den Mitarbeitenden gepflegt und mit Rotschmiere behandelt.
Rohmilchkäse: Warum kein Laib wie der andere schmeckt
Auf einem Hof wie der Lehnmühle beginnt guter Käse lange vor der Käserei. Was auf den Wiesen wächst, wie die Kühe gefüttert werden, wie das Wetter verläuft und wie die Böden gepflegt werden, all das beeinflusst später den Geschmack der Milch – und damit auch den Charakter des Käses.
Deshalb schmeckt ein Rohmilchkäse niemals exakt gleich. Wer Rohmilchkäse isst, muss auch den Prozess verstehen und an das Produkt herangeführt werden, sagt Sophia. Wetter, Jahreszeit, Fütterung und viele weitere Faktoren prägen den Charakter jedes einzelnen Laibes.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum die Lehnmühle in den vergangenen 30 Jahren zu einem Synonym für guten Käse und ehrliche Landwirtschaft geworden ist. Jeder Laib erzählt ein Stück von dem Kreislauf, der auf dem Hof gelebt wird – von den Böden über die Weiden bis hin zu den Menschen, die ihn herstellen.
Der einzigartige Geschmack des Lehntaler
Der Bergkäse Lehntaler ist ein würzig-kräftiger Hartkäse. Die Naturrinde kann mitgegessen werden. Er wird 3, 6 oder 12 Monate lang gereift und wird als Rohmilchkäse aus hofeigener Demeterrohmilch mit 42% Fett i. d. Trockenmasse hergestellt.


Sophia mit dem frisch aufgeschnittenen Lehntaler im Gewölbekeller |
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Molke ist in der Regel ein Nebenprodukt der Käseherstellung |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH
In der Molkerei
Dort arbeitet gerade Sophias Bruder Immanuel, der ebenfalls auf dem Hof tätig ist. Er schöpft den Käse, während die Molke als Nebenprodukt der Käseherstellung abfließt.
Normalerweise leben hier acht bis zehn sogenannte Molkeschweine. Sie lieben die bei der Käseherstellung entstehende Molke. Allerdings wurde die Schweinehaltung während der anhaltenden Schweinepest vorsorglich pausiert.
Sophias Hobby-Gemüsegarten
Zum Abschluss zeigt uns Sophia noch ihren eigenen kleinen Gemüsegarten.
Obstbäume umgeben die Fläche, ein paar Hühner machen auf sich aufmerksam. Zwischen den Beeten wachsen Eisenkraut, Fetthenne und Dahlien in warmen Orange- und Rosatönen. Etwas oberhalb entdecken wir eine kleine Feuerstelle an der vor kurzem noch gegrillt wurde. Seitlich sieht man noch das Wohnhaus der Familie, das von rötlich gefärbtem Wein umrahmt wird.

Demeter-zertifizierte Landwirtschaft
Welche Siegel und Standards stecken hinter unseren Produkten? Erfahre mehr über die Labels, nach denen wir als Bio-Lieferservice arbeiten:
Die 6 Demeter-Prinzipien:
- Biodynamischer Landbau
- Hoforganismus
- Biodynamische Präparate
- Artgerechte Tierhaltung
- Plastikverpackungen? Nein, danke
- Mitarbeitende und Führungskultur
Regionaler Bio-Käse aus Dörrebach – einfach nach Hause liefern lassen!
Der Hof Lehnmühle im Hunsrück am Rande des Soonwald, im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz – wir liefern die Produkte direkt zu euch nach Hause, unter anderem nach Mainz, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Darmstadt, Mannheim, Ludwigshafen, Bingen, Alzey und in das gesamte Rhein-Main-Gebiet.
So bleibt dein Einkaufsweg kurz – und der Geschmack ehrlich.
Unser gesamtes Liefergebiet findest du hier:

Demeter-Milchkühe genießen das frische Heu |
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Ziege, Schwein und Kuh begrüßen Kund:innen vor dem Hofladen Lehnmühle. |
© NOVUM – Das Gemüseabo GmbH

































